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Archiv der Kategorie ‘Geschichte‘

 
 

Geschichtsträchtiger Bichl, Scheibenschlagen und redselige Leut’

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 12. Februar 2008

Blick nach Schluderns und die BergweltAussicht vom Bichl - König Ortler
Ein besonderes Ritual am schon allein für sich mystischen Ort, dem Tartscher Bühel (wir sagen Tartschr Bichl..), findet jährlich am ersten Fastensonntag (1. Sonntag nach Fasching), statt.  Dieser Sonntag wird im Volksmund auch oft “Holepfannsunnta” genannt.St. Veith  St. Veith am Tartscher BühelDer Tartscher Bühel (1077 m) ist ein kahler, glazial überformter Felsling mit mystischer Ausstrahlung im Obervinschgau, der als kugelige Erhebung überraschend in der sonst gleichmäßig geneigten Malser Haide liegt.  Er ist historisch und botanisch bemerkenswert und bietet eine fantastische Aussicht.
    
BlauSo erzählt ein Besucher des Hügels in der schönsten Nachmittagssonne, daß sich unter dem Hügel eine 1939-1942 gebaute, unvollendete und nie militärisch genutzte Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg befindet, in der einst 200 Soldaten arbeiten und leben sollten. Sie besteht aus mehreren Eingängen, Schlaf- und Betriebskavernen, Schießständen, endlosen Treppenanlagen und durchlöchert den gesamten Hügel. Die meisten Eingänge sind von Gestrüpp überwuchert und deshalb wohl schwer zu finden. Ausserdem erzählt er stolz, wie er beim Film “Die Freiheit des Adlers” den Adjutanten von Andreas Hofer, verkörpert von Tobias Moretti, gespielt hat und wie die weiblichen Fans andauernd den Moretti busseln haben wollen …

St. Veith Kirche innenWenig später gesellt sich Graf von Trapp, der Besitzer der Churburg dazu und berichtet, daß Karl Perfler, der übrigens auch für die Dolce Vita Hotels 3 spannende und  gleichermaßen mystisch-aufregende Wochen zusammengestellt hat, mit Gästen am Tartscher Bichl zum Scheibenschlagen erwartet wird und vorab ein Konzert in der St. Veith Kirche organisiert hat.

Glühende ScheibeScheibenschlagen

Das Scheibenschlagen ist ein Brauch, bei welchem glühende Holzscheiben aus Zirbenholz mit Hilfe von Haselnuss-Gerten (Gart) von Berghängen ins Tal geschleudert werden.Scheibe im FeuerBegleitet wird die Scheibe mit dem Ruf: „O Reim, Reim! Wem soll die Scheib sein? Dia Scheib und mei Kniascheib sollen der Thresl sein! (der Name wechselt natürlich). Geaht sie guat, hat sie’s guat, geaht si nit guat, soll sie miar und mein Scheibele nicht verübl haben! Korn in der Wann’, Schmalz in der Pfann’, Pfluag in der Eard, schaug, wie mein Scheibele aussireart!“ Hex im Funkenflug
Etwas später wird dann noch die “Hex” - ein Holzkreuz mit Stroh umwickelt, angezündet und bildet damit den Höhepunkt der Veranstaltung.

Solche Momente, wie wir sie selbst erleben, möchten wir auch Ihnen näherbringen!
 

Zeit für …

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 17. Dezember 2007

Tea Time am Kaminweihnachtliches Naschwerk! Zimtsterne, Spitzbuben und Vanillekipferl, Spritzgebäck, Schokokekse und Lebkuchen, Panettone und dazu ein wohlig-warmer Tee. Überhaupt: Hätten Sie gewußt, warum der Panettone eben so heißt? Das geht auf seinen Erfinder zurück - dem Tonio - seinerzeit Bäcker in Mailand. Sein spezielles Brot mit kandierten Früchten und Rosinen hat er “Il pane di Tonio” getauft. Mit der Zeit wurde daraus der Panettone (großes Brot) und die Vielfalt der Sorten um einige erweitert.

LebkuchenmännchenWie der Lebkuchen zu seinem Namen kam: Das Wort “Lebkuchen” stammt vom lateinischen Wort “libum”. Libum war ein Kuchen, der aus Mehl und Honig bestand. Diese Honigkuchen pflegte man in Rom zu Geburtstagen zu backen und in den ältesten Zeiten selbst den Götterbildern als Speise vorzusetzen. Zucker Frisch aus dem Ofengab es damals noch nicht.Veredelung

Warum man bei den Spitzbuben gleich an die Kekse als an anderes denkt, ist schwer zu sagen. Der Name dieses Gebäcks geht vielleicht an einen spitzbübischen kleinen Nascher zurück, wer weiß? 

Heute werden in den Dolce Vita Hotels Kekse gebacken - es duftet einfach herrlich! Wenn die Spitzbuben dran sind, werde ich mal in der Küche vorbeischaun … heißen sie doch Spitzbuben - da hab ich ein mehr als sicheres Alibi …;-)

Ach noch was: sollten Sie noch ein passendes Weihnachtsgeschenk für Ihre/n Liebste/n suchen - ich wüsste da was … - der schnelle Klick zum Tipp

  

Warum der Altweibersommer Altweibersommer heißt …

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 12. September 2007

Ahorn im SpätsommerDer Altweibersommer bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im September, welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Viele Menschen bezeichnen diese Tage auch als die fünfte Jahreszeit. Die heiße Zeit des Sommers ist vorbei, die Nächte oft schon recht kühl, aber der Herbst hat noch nicht so richtig Einzug gehalten.

Der Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie. Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen Stimmungim Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet.

Die Spinnennetze zwischen Gräsern, Blumen, Zweigen, Büschen, an Dachrinnen und Fensterläden, an Zäunen und Mauern entdeckt man vor allem an den ungewöhnlich warmen und sonnigen Tage im Herbst, die man auch “Flugsommer” oder “Frauensommer” nennt.

 Genuss zwischen den ZeitenIm Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen, Zwergen, der Nornen oder der Jungfrau Maria („Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“ oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes Gespinst“) gehalten. Weitere Bezeichnungen sind Ähnlsummer, Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Mettkensommer, Metjensommer, Witwensömmerli, Liebfrauenhaar und fliegender Sommer.

Im Volksglauben nahm man an, dass es baldige Hochzeit verheißt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen.

Relax!Das Landgericht in Darmstadt hat im Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks “Altweibersommer” durch die Medien keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt.

Der Altweibersommer tritt übrigens in Amerika fast zur gleichen Zeit auf. Er nennt sich dort “Indian Summer” und ist berühmt für die prächtige Herbstfärbung der Laubbäume. Der Name “Indian Summer” begründet sich auf einer alte indianische Legende, nach der das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären symbolisieren soll. In Schweden spricht man vom “Birgitta-Sommer”, in Finnland von “ruska-aika” (Zeit der Braunfärbung); in diesen Ländern liegt der Altweibersommer meist Anfang bis Mitte Oktober.

Genießen Sie mit uns die Jahreszeit zwischen Sommer und Herbst. Vielleicht sitzen Sie ja schon bald an diesen lauschigen Plätzchen und Chill outzelebrieren “Dolce Vita”!

3.000 Schafe

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 3. September 2007

Durch Schnee, Eis und felsiges Gelände

So viele Wollknäuel werden in den nächsten Wochen auf schmalen und unwegsamen Pfaden den Weg nach Hause antreten!
An die 1.500 “Sommerfrischler” werden schon am kommenden Sonntag 09.09.2007 in Kurzras im Schnalstal erwartet, wenn sie den beschwerlichen Heimweg über die Ötztaler Alpen und die “Schöne Aussicht Hütte” meistern.
Der schmale Grat der HeimkehrerWeitere 2.200 werden dann am Samstag, 15.09.07 in Vernagt am Stausee ankommen.
Der Rest der Truppe mit ca. 800 Schafen trifft am 22.09.2007 bei der Penauder Alm im Schnalstal wieder aus den Weiden im Ötztal auf heimischen Boden. Der Schafauf- und Sind alle Schäfchen im Trockenen?Abtrieb gehört schon seit ewigen Zeiten zur Schnalstaler Tradition. Die sommerliche Schafwanderung nach Österreich geht auf einen Weiderechtsvertrag aus dem Jahr 1415 zurück, der bis heute aufrecht erhalten wird. Damals trieben die Bauern ihre Tiere aus Mangel an Weideflächen ins benachbarte Ötztal.

Hoch lebe das Schaf!Alle 3 Schafabtriebe werden mit zünftigen Hirtenfesten gefeiert. Dieses ungewöhnliche Schauspiel lasse auch ich mir nicht entgehen!

Sprungbrett für Pianisten

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 29. August 2007

Internationaler KlavierwettbewerbNoch bis zum 31.08.2007 findet das Finale der 56. Ausgabe des Internationalen Klavier-Wettbewerbs Ferruccio Busoni in Bozen statt.
Der Gewinn dieses Wettbewerbs ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen, die ein Pianist erhalten kann und hat dadurch schon vielen Künstlern den Durchbruch zu einer internationalen Karriere verholfen.

Bereits im Sommer 2006 haben die Vorausscheidungen zu diesem Bewerb stattgefunden, bei denen aus 120 Kandidaten aus der ganzen Welt 24 Finalisten ermittelt wurden. 10 Männer und 14 Frauen wurden zugelassen, welche zwischen 1978 und 1986 geboren sind. Zu diesen 24 Finalisten, die im Rahmen der Vorausscheidungen des vergangenen Jahres ausgewählt wurden, kommen, wie es das Reglement des Wettbewerbes erlaubt, zwei weitere Kandidaten hinzu, die als Preisträger bei anderen Wettbewerben der Fédération Mondiale des Concours Internationaux de Musique Cinque hervorgegangen sind. Als KlavierfestivalHerkunftsländer der Kandidaten finden sich die Ukraine (fünf Kandidaten), Russland (vier Kandidaten), Korea (vier Kandidaten), Italien (drei Kandidaten) Japan (zwei Kandidaten), Frankreich, Kroatien, Georgien, Deutschland und China (je ein Kandidat).
Jeder Kandidat präsentiert sich mit einem frei gewählten Programm. Verpflichtend ist nur ein Werk von Busoni. Die Jury möchte den Teilnehmern so die Möglichkeit bieten,
sich nicht nur durch die Aufführung, sondern auch durch die Auswahl des Musikprogramms zu beweisen. Für die Prüfungen mit Orchester steht ein Mozart-Konzert, begleitet von der Streicherakademie Bozen, auf dem Programm. Die drei Finalisten werden zusammen mit dem Haydn-Orchester das Auftragswerk „Sotto voce 2, Capriccio für Klavier und kleines Orchester“ (2007) von Wolfgang Rihm in Italien erstaufführen.

Bewerb der SuperlativeFerruccio Busoni, nach dem der Internationale Klavierwettbewerb benannt ist, war der Sohn eines italienischen Klarinettenvirtuosen und einer deutschen Pianistin, wuchs zweisprachig auf und gab mit 10 Jahren sein Debüt als Pianist, Komponist und Improvisator in Wien. 1881 trat er im Alter von 15 Jahren der Accademia Filarmonica in Bologna bei. Ab 1886 unterrichtete er in Leipzig, ab 1888 war er Klavierlehrer am Konservatorium in Helsinki, danach in Moskau (1890-1891) und Boston (1891-1894). 1894 ließ er sich endgültig in Berlin nieder, während des ersten Weltkrieges lebte er im Exil in Zürich. Von 1920 bis zu seinem Tod unterrichtete er an der Berliner Akademie der Künste eine Meisterklasse in Komposition. Bis zu seinem Tode wohnte Busoni in Berlin-Schöneberg am Viktoria-Luise-Platz 11, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.
Sein Grab, welches Georg Kolbe (1877-1947) gestaltete, befindet sich auf dem Friedhof in der Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau. Er gab die gesamten Klavierwerke von beispielsweise Johann Sebastian Bach und Franz Liszt heraus; als Dirigent lag ihm zeitgenössische Musik am Herzen.

Der blaue Schurz

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 28. August 2007

Immer dabei - der blaue SchurzSeit jeher ist der blaue Schurz (Schürze) Bestandteil der Südtiroler Arbeitsgarderobe. “Ein Mann ohne Schurz ist nur halb angezogen”, besagt ein Sprichwort und der Schurz ist zum Teil heute noch allgegenwärtig und für gar manchen unverzichtbar.
Ursprünglich war der Schurz weiß, zunächst aus Leinen, gegen Ende des 19. Jh. wurde Baumwolle verwendet. Der lange weiße Schurz, mit dem sich die Bauern nach dem Sonntagsgottesdienst auf dem Dorfplatz oder auf den Märkten zeigten, war Ausdruck des Standesbewusstseins. Meist trug ihn nur der Bauer selbst, höchstens noch der Bauernknecht oder der Fütterer, nicht aber der kleine Knecht. Zwischen 1900 und 1950 wurde das “weiße Vortuch”, im Dialekt “Fürtig oder Fürchta” genannt, allmählich vom blauen Schurz abgelöst. Der Schurz diente in erster Linie als Schutz- und Arbeitskleidung, die in jeder Alltagssituation getragen wurde. Daneben erfüllte er noch andere praktische Aufgaben: als Sack, als Säkorb, als Schweiß- oder Handtuch und nicht zuletzt diente das Schurzoberteil (”Pafer” oder “Brüstl”) beim Gang zu den Ämtern und Behörden zum Verstauen von allerlei Papierkram. Oftmals diente der Schurz auch dazu, die Hose oben zu halten.

Ein Hirte auf der AlmErst viel später ist der Schurz mit gestickten Blumen oder einem humorvollen Spruch verziert worden, wie etwa “Lustig und ledig”, “Im Wein liegt die Wahrheit”, oder “Bauer mit Herz” …
Ein aufgedrehter, blauer Schurz bedeutet “Feierabend”: nach getaner Arbeit wird die rechte Ecke vom Schurz zum Rücken gezogen und dort in die Schurzbänder eingedreht, während die linke Ecke vorne nach unten schaut. Diese Eigenheiten und auch die Art des Schurzbindens variiert in den einzelnen Tälern Südtirols.

“Wenn ihr die blaue Schürze seht, ahnt ihr sogleich wer vor euch steht:
Ein Südtiroler! Jederzeit trägt stolz er sie als Ehrenkleid,
Er trägt sie, wenn er wirkt und werkt; wenn er sich zu Tische sitzt, sich stärkt;
Des Festtags und bei Arbeitsruh, zeigt er die Schürze immerzu.
Die blaue Schürze ihn umweht, wenn er im Felde pflügt, eggt, sät,
beim Heuen, bei des Kornes Schnitt geht immer auch die Schürze mit.
Wenn er die Bäume fällt, zersägt, sein Fuhrwerk durch den Wald bewegt,
Zur Alm empor die Kühe treibt, die Schürze nie zuhause bleibt.
Wenn er in Schnee und Eis sich wagt, den Gemsbock sucht und ihn erjagt.
Das Edelweiß am Felsgrat pflückt, die blaue Schürze oft ihn schmückt.
Die Schürze leuchtet froh, sie blinkt! Beim Obst- und Weinbau blau sie winkt.
In ihr kredenzt der Wirt den Wein, schenkt rot, schenkt weiß dem Gast ihn ein.
Ob Handwerker, ob Arbeitsmann, er zieht die blaue Schürze an.
Mit ihr er sich zum Volk bekennt, das Südtirol sein eigen nennt.
Der Bub führt aus sie und der Greis, der um den Sinn der Schürze weiß.
Wer sie trägt, der hat nicht verloren, die Freiheit die mit ihm geboren -
die blaue Schürze heißet auch: Festhalten an der Väter Brauch.
An Mutterlaut und Heimatland, in die der Herrgott ihn gesandt.
Die Schürze bleibt ihm Wappenzier, sein eig’ner Adel bürgt dafür.
Stolz zeigt er sie, ob reich, ob arm, für Südtirol in Freud und Harm.”
(P.P. Rütting)

Südtiroler Burgen und Ritterfestspiele

Geschrieben von Georg Pirhofer, Hotel Paradies am 23. August 2007

Die Schludernser Ritterspiele vom 24. – 26. August 2007

Erleben Sie Südtiroler Brauchtum und Kultur verbunden mit einem schönen Wellness Urlaub.

Zum zweiten Mal finden im Vinschgau- Schluderns die Südtiroler Ritterspiele statt.

Über 1500 Darsteller und Mitwirkende zeigen ein historisches, interessantes Fest von immenser Größe. Auf einem riesigen Festgelände umrahmt von der prächtigsten Naturkulisse die man sich vorstellen kann, dem Ortlermassiv, Burgen und Klöstern präsentiert sich die Geschichte der wohl schönsten Region Südtirols in Form einer Zeitreise mit Ritterturnieren des deutschen und italienischen Hochadels.

 Südtirol Ritterfestspiele

Es werden Nachtkonzerte, Umzüge und zahlreiche Shows aus mittelalterlicher Zeit dargestellt. Kinder bekommen erhalten besondere Aufmerksamkeit und Sie werden sicherlich begeistert sein. Familien und Kinder werden liebevoll mit einem tollen Kinderprogramm umsorgt.
Erleben Sie Historie der besonderen Art auch im Dolce Vita Hotel Paradies. Unser Chefkoch Jonas Prünster hat passend zu den Festspielen für alle Familien und Gäste des Hotels traditionelle, bodenständige Gerichte verfeinert mit mediterranem Flair vorbereitet. Kommen Sie ins Erlebnisparadies!

Brennend’ Liab

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 21. August 2007

HeimatWarum findet man in Südtirol überall und vorwiegend die rote Geranie/Pelargonium an den Balkonkästen? Sie wird zudem meist nicht als Geranie bezeichnet, sondern als “Brennend’ Liab” (Brennende Lieb). Und wie kommt es, dass der Großteil der “Südtiroler Italiener” deutsch spricht? Hier einige Antworten:

Die Geschichte Südtirols beginnt mit den Verträgen von Saint-Germain im Jahre 1919, in denen diese Region von den Siegermächten des 1. Weltkrieges dem Königreich Italien zugesprochen und damit zur nördlichsten Provinz Italiens wurde. Zuvor war die Region mit dem Tiroler Land (im heutigen Österreich) verbunden und Teil der Habsburger Kaisermonarchie Österreich-Ungarn.
Geschichte SüdtirolAm 21. Oktober 1939 schlossen Hitler und Mussolini ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschen und der ladinischen Minderheit in Südtirol. Den etwa 250.000 deutschsprachigen Südtirolern und Ladinern (80% der Wohnbevölkerung) wurde die Option für Deutschland nahe gelegt. Wer in Italien verbleiben wollte, musste die Italienisierung mit Aufgabe von Kultur und Muttersprache in Kauf nehmen.
Die schwierige Wahl zwischen unfreiwilliger Auswanderung und „Dableiben“ wurde Gegenstand heftiger Diskussionen in den Gemeinden und quer durch viele Familien. Die ersten Familien verließen schon 1939 ihre Heimat und bis 1943 waren etwa 75.000 Südtiroler ausgewandert, vorwiegend mit geringem oder keinem Besitz. Nach Mussolinis Sturz erfolgte im September 1943 die deutsche Besetzung Südtirols und Norditaliens, was die Auswanderung beendete.
Nach 1945 kehrte ein Großteil der Reichs-Optanten wieder in ihre Heimat zurück. Da das Gebiet Südtirol auch nach dem 2. Weltkrieg beim italienischen Staat blieb, erhielten jene Optanten, die im Land geblieben waren, nach dem Gruber-De Gasperi-Abkommen wieder die italienische Staatsbürgerschaft.

Die Brennend Liab, welche bis heute viele Höfe und Häuser in Südtirol im Sommer schmückt, wurde ebenfalls zu Propagandazwecken verwendet. In Gedichtform sollte mit diesem Wahrzeichen der Bauern für die jeweilige Seite geworben werden.

Version der Dableiber:
Am Erker blühet wie immer
Die leuchtende “Brennende Lieb”
Die Treue zur Heimat war stärker,
Wie jauchzen wir, dass sie uns blieb.
O blühe und leuchte Du Blume -
Ein Zeichen der Treue Du bist!
Und künde, dass Glaube und Heimat
Das Höchste für uns ist.

Version der Optanten:
So reißet vom sonnigen Erker
Die letzte brennende Lieb;
Die Treue zu Deutschland war stärker,
Das heiligste, was uns blieb.
Wir nehmen sie mit im Herzen,
Für andere dereinst Symbol;
Sie stille des Heimweh Schmerzen:
Leb wohl, du mein Südtirol!
 
Geranien oder Brennende Liab

Wie der Egghofer Much greahrt (geweint) hat

Geschrieben von Karin, Dolce Vita Hotels am 10. August 2007

bilddatei-jagdhof-062.jpgWia i hon einruck’n miaßn zum italienischen Militär, bin i zuerst zum Vottr (Vater) gongen. Der hot gsogt zu miar: “Much, daß uns koane Schond mochst in Italien druntn!” “Na, i moch enk koan Schond” hon i drauf gsogt - ob’r greahrt hon i nit. Nocher bin i zur Muattr gongen. “Gell Much, bleibst brav!” hot sie gsogt, die Augen voller Zacher (Tränen). “I bleib schun brav, Muattr” hon i gsogt - ob’r greahrt hon i nit. Zlöscht (zuletzt) isch mei Madl, die Greatl kemmen. Wia sie aufgheart hot zun Reahrn (Weinen), sogt sie zu mir: “Much, daß du miar nix onfongst mit die walschn Weiber druntn!” “Na, i fong sicher nix on” hon i gsogt. - Obr greahrt hon i nit.
Nochor bin i außi ba der Tür und schneidig oi ibern Egg. Do drahn i mi nou amol um. Steaht nit des kloane braune Stierl obn ban Hof und schreit zu miar oar: “Muh-u-ch!” Nocher hon i greahrt und sel nit wianig!

Der Egghof liegt auf 1.677 m in St. Martin am Kofel bei Latsch.
Leider ist diese Legende nicht ins “Rein-Deutsche” übersetzbar. Gerne erläutern wir Unklarheiten direkt vor Ort in den 5 Dolce Vita Hotels :-).
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